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Broschüre "SPUREN DER ERINNERUNG - Widerstand und Verfolgung in der Gemeinde St. Jakob im Rosental"

Der Wind vernichtet die Spuren des Geschehens.
Der Sand verdeckt die Wahrheit der Ursache.

Andrej Kokot

“Nichts lähmt den Menschen mehr, als das Schweigen untereinander. Es wirft alle in eine Situation der Erstarrung und des Vortodes zurück. Pflegen wir deshalb bewusst die Kultur des Sprechens und des Erinnerns“, meinte Maja Haderlap anlässlich der Verleihung des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Kärnten. Und nahezu zeitgleich begann im Land eine Diskussion darüber, die besten Seiten beider Kulturen zu nutzen. Dieser Versuch ist schon in der Vergangenheit gescheitert. Ein bezeichnendes Beispiel in unserem Land ist der Windische: Er ist ein Mensch ohne Sprache, Slowene im Wissen und Kärntner im Wollen. In der Zwischenzeit muss man/frau von ihm wohl in der Vergangenheit sprechen.

Irgendwo dazwischen, zwischen Schweigen und Anpassung lebt heute der Kärntner Slowene. Wir als slowenischer Kulturverein Rož wollen weder schweigen noch uns anpassen. In unseren Veranstaltungen erinnern und mahnen wir, verankert im Heute mit Wurzeln in der Vergangenheit.

Aus Briefen der im Jahr 1942 Deportierten spricht immer wieder die Sehnsucht nach der slowenischen Heimat. Dieser Sehnsucht wurden jugoslawische Territorialansprüche unterstellt, als ob Heimatgefühle nur scholleverbunden sein müssten (im Sonderfall Kärnten sind sie es ja wohl auch). Diese Enge im Denken aufzubrechen ist unser Ziel, verfolgt mit Kreativität bei unseren Verantstaltungen und Information, wie in der vorliegenden Broschüre, immer aber auch gefühlsbetont, Einordnungen aufbrechend und Schubladen öffnend.

Nach den Denkmustern der Einteilung haben die Nationalsozialisten im Jahre 1942 ihre Auswahl getroffen: guter Windischer bleibt, Nationalslowene geht. 

Deshalb wollen wir reden, erinnern und nicht schweigen.
Deshalb wollen wir bleiben, wie, wo und was wir sind.
Deshalb tun wir, was wir tun.
Hin und wieder legen wir den Stacheldraht auf die Zunge.

Slowenischer Kulturverein ROŽ

Medieninhaber: Slowenischer Kulturverein ROŽ, St. Jakob im Ros., Mitherausgeber: die grüne bildungswerkstatt minderheiten, 79 Seiten, 2012

Simone Schönett & Harald Schwinger - ZALA Drama in sieben Bildern / Drama v sedmih slikah

Menschen, die ihre Muttersprache nicht mehr verstehen wollen. Ein Land, in dem die Denkmäler lebendiger sind als die Gegenwart. Eine Partei, die alles tut, damit es den Toten gut geht.
Auf all das trifft Zala, die berühmte Bühnenfigur und Volksheldin der Slowen/-inn/-en, als sie im Jahr 2010 aus Istanbul in ihre Südkärntner Heimat zurückkehrt. Bei ihrem Versuch, die Menschen aus ihrem komatösen Dasein zu befreien, muss Zala erkennen, dass eine Veränderung nicht erwünscht ist. Im Gegenteil.
In ihrem von Publikum und Kritik begeistert aufgenommenen Theaterstück demontieren Simone Schönett und Harald Schwinger den Mythos der sich aufopfernden »Miklova Zala«. Eine Groteske über Assimilationsdruck und Identitätsverlust, Liebe, Verrat und Widerstand.


»Ein sehr aufregendes, politisch notwendiges und poetisch großartiges Werk« (Peter Turrini)

»Im besten Sinne unbelastet haben Schönett und Schwinger hier nicht nur e i n e n Mythos entstaubt. Mit Verve räumen sie gleich mehrere Leichen aus dem Keller, lassen ihre Perspektive als Korrekturprogramm drüberlaufen – schon haben Identitätsverlust, Assimilationsdruck, Verrat und Widerstand ihr heutiges Gesicht.« (Uschi Loigge, Kleine Zeitung, 21. 3. 2010)



Edition Meerauge (Bd. 3), Klagenfurt/Celovec 2011, 144 dt./slow. Seiten 11,5 x 21 cm, fester Einband, geripptes Surbalin, Blind- und Folienprägung, eingelegtes Etikett, Fadenheftung, Lesebändchen

ISBN: 978-3-7084-0419-6

www.meerauge.at/die_reihe/zala-drama-in-sieben-bildern-drama-v-sedmih-slikah

Michael Koschat - Braune Flecken im Ortsbild

Die Abwehrkämpferdenkmäler in St. Jakob/Št. Jakob und Rosegg/Rožek
Anmerkungen zum historisch-ideologischen Kontext und Gedanken zur Kärntner Gedächtniskultur und Erinnerungspolitik

Die unter der Patronanz des Kärntner Heimatbundes und unter federführender Beteiligung illegaler Nationalsozialisten im Spannungsfeld des „Anschlusses“ vom März 1938 errichteten Abwehrkämpferdenkmäler in St. Jakob/Št. Jakob und Rosegg/Rožek dienten nach der NS-Machtergreifung der ideologischen Indoktrination. Trotz dieser Tatsache sind beide Denkmäler unverändert und unreflektiert bis heute fester Bestandteil der Kärntner Parallelwelt des 10. Oktober geblieben. Die Studie zeichnet unter Heranziehung zahlreicher Quellen die Bau- und Entstehungsgeschichte der Denkmäler, die ideologische Instrumentalisierung während der NS-Herrschaft und den erinnerungspolitischen Diskurs nach 1945 nach.


231 Seiten, 16,5 x 21,5 cm, gebunden, zahl. s/w Abbildungen, 2010
ISBN: 978-3-7086-0539-5

http://www.mohorjeva.at/shop/details/braune_flecken_im_ortsbild/