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2013: 110 jahre kulturarbeit

“Nichts lähmt den Menschen mehr, als das Schweigen untereinander. Es wirft alle in eine Situation der Erstarrung und des Vortodes zurück. Pflegen wir deshalb bewusst die Kultur des Sprechens und des Erinnerns“, meinte Maja Haderlap anlässlich der Verleihung des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Kärnten. Und nahezu zeitgleich begann im Land eine Diskussion darüber, die besten Seiten beider Kulturen zu nutzen. Dieser Versuch ist schon in der Vergangenheit gescheitert. Ein bezeichnendes Beispiel in unserem Land ist der Windische: Er ist ein Mensch ohne Sprache, Slowene im Wissen und Kärntner im Wollen. In der Zwischenzeit muss man/frau von ihm wohl in der Vergangenheit sprechen.

Irgendwo dazwischen, zwischen Schweigen und Anpassung lebt heute der Kärntner Slowene. Wir als slowenischer Kulturverein Rož wollen weder schweigen noch uns anpassen. In unseren Veranstaltungen erinnern und mahnen wir, verankert im Heute mit Wurzeln in der Vergangenheit.

2012: fokus deportation 1942

Aus Briefen der im Jahr 1942 Deportierten spricht immer wieder die Sehnsucht nach der slowenischen Heimat. Dieser Sehnsucht wurden jugoslawische Territorialansprüche unterstellt, als ob Heimatgefühle nur scholleverbunden sein müssten (im Sonderfall Kärnten sind sie es ja wohl auch). Diese Enge im Denken aufzubrechen ist unser Ziel, verfolgt mit Kreativität bei unseren Verantstaltungen und Information, immer aber auch gefühlsbetont, Einordnungen aufbrechend und Schubladen öffnend.

Nach den Denkmustern der Einteilung haben die Nationalsozialisten im Jahre 1942 ihre Auswahl getroffen: guter Windischer bleibt, Nationalslowene geht. 

Deshalb wollen wir reden, erinnern und nicht schweigen.
Deshalb wollen wir bleiben, wie, wo und was wir sind.
Deshalb tun wir, was wir tun.
Hin und wieder legen wir den Stacheldraht auf die Zunge.

--rož