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Frauenchor »Rož«

»Im Frauenchor »Rož« in St. Jakob im Rosental/Šentjakob v Rožu ist man um Integration bemüht, weil sich Menschen beider Volksgruppen treffen, um gemeinsame Sache zu machen.
Eine
kleine deutsche Minderheit hat hier freundliche Aufnahme gefunden. Außerdem hat mich der gesellschaftspolitische Aspekt im Hintergrund gereizt,« meint eine deutschsprachige Sängerin.

Die Anfänge des Chorgesangs reichen ins Jahr 1899, als der Männerchor »Rožica« – benannt nach der naheliegenden Alm Rosenkogel – gegründet wurde. Zeitzeugen berichteten, dass er als erster slowenischer Chor sogar im Radio zu hören war. Im Jahr 1906 sangen die Männer bei der Eröffnung des Karawankentunnels.


Männerchor »Rožica«, 1899

Zur Nazizeit war die slowenische Sprache verboten und der Chor musste zwangsläufig verstummen.
Nach dem Krieg nahmen der Kirchen- und der Kinderchor, beide beheimatet im Pfarrhof, den Chorgesang wieder auf.
Im Jahr 1974 trafen sich mit Lajko Milisavljevič sangesfreudige Burschen und Mädchen und gründeten den gemischten Chor »Rož«, der gesanglich und vor allem programmatisch einen neuen Weg einschlug. Lajko, der Chorleiter, fuhr jede Woche über den Loibl zu den Proben von Ljubljana nach St. Jakob, bis er 2002 auf tragische Art verunglückte. Wieder verstummte für ein Jahrzehnt der Chorgesang.
Lajko war ein begnadeter Chorleiter, sammelte unzählige alte Volkslieder im Gail-, Rosen- und Jauntal und bewahrte sie vor dem Vergessen. Mit seinen Sängerinnen und Sängern studierte er in knapp drei Jahrzehnten unter anderem sieben Stilkonzerte ein, die der Vereinsregisseur Marjan Štikar szenisch und choreografisch bereicherte.


Gemischter Chor »Rož«, 1988

Das erfolgreichste Projekt war sicherlich das Konzert »Erniedrigte und Beleidigte« – Lieder unterdrückter Völker, das 50mal – davon sogar in Berlin und auf der Kaiserburg in 2.000 m Seehöhe – aufgeführt wurde. Großen Anklang fanden auch die geistlichen Lieder der monotheistischen Religionen mit dem Titel »Lied der Hoffnung«, die vor allem in Kirchen aufgeführt wurden und die auf einer Doppel-CD – gemeinsam mit den Liedern unterdrückter Völker – aufgezeichnet wurden. Die Geschichte des gemischten Chores »Rož« endete 2002 mit dem »Lied der erbleichten Erde«, das die Umweltzerstörung zum Inhalt hatte.

Erst im Jahr 2012 gelang es Rozka Sticker Frauen für das Singen zu begeistern und so entstand der Frauenchor »Rož«, der neben Liedern verschiedener Völker auch slowenische Kunstlieder singt. Die ambitionierten Sängerinnen wollen vor allem thematisch anspruchsvolles Liedgut einstudieren, das auch szenisch umgesetzt wird.
Nach zweijähriger intensiver Arbeit konnten die Frauen mit dem Chorleiter Primož Kerštanj, einem Musikprofi aus dem benachbarten Slowenien, das Konzert »Ajatutaja« – Wiegenlieder aus aller Welt – so einfühlsam und eindrucksvoll präsentieren, dass sich manche ZuschauerInnen gleich mehrmals einschläfern ließen.


Frauenchor »Rož«, 2014

Im Herbst 2017 werden uns die begeisterten Frauen mit ihrem neuen Projekt, »Shiva, šiva« in dem es um Arbeit, Ausbeutung, Arbeitslosigkeit und den damit verbundenen sozialen Problemen geht, konfrontieren. Auch diesmal wird Marjan Štikar mit szenischen Elementen die Botschaft der Lieder unterstützen. Die Sängerinnen des Chores »Rož« freuen sich über jede Verstärkung und hoffen, dass sich ihnen noch so manche Sangesfreudige anschließen wird. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, nähere Informationen unter der Telefonnummer 0664/25 605 60 – Rozi Sticker – Tratar.